Allgemein / Montag, 14.07.2014

Obrigado, Brasil 2014!

Die WM ist vorbei, Deutschland ist Weltmeister und der letzte Artikel ist geschrieben. Zeit, um an dieser Stelle ein letztes Mal Danke für die beste WM aller Zeiten zu sagen

18 Tore hat Deutschland bei dieser Weltmeisterschaft geschossen, 32 Tage hat die beste WM aller Zeiten gedauert und insgesamt 68 Blogs habe ich über Fußball, Brasilien und die WM an dieser Stelle geschrieben. Festzuhalten bleibt: Es war ein rauschendes Fußballfest, das alles zuvor erlebte in den Schatten gestellt hat. Brasilien ist zwar mit 1:7 auf dem Platz im Halbfinale untergegangen, abseits des Rasens hat dieses fantastische Land aber haushoch gewonnen.

Ein letztes Bier mit den Kollegen nach dem Titel Foto: Schiller

Ein letztes Bier mit den Kollegen nach dem Titel Foto: Schiller

Wo soll ich bei einer Bilanz anfangen? Wo soll ich aufhören? Anfangen muss ich vielleicht: am Anfang. Seit dem 1. Mai bin ich für das Abendblatt in Brasilien. Erst einen guten Monat lang in Rio de Janeiro. Dann etwas mehr als fünf Wochen in Santo André direkt neben dem Campo Bahia. Und in beiden Locations habe ich mich wie zuhause gefühlt. Schuld sind natürlich die Brasilianer, die mit Abstand besten Gastgeber, die man sich vorstellen kann. In Erinerung bleiben der brasilianische Daumen, Grillkäse am Spieß, das Land der Zahnspangen, waghalsige Busfahrer, ein Fla-Flu-Lokalderby, Anti-WM-Demonstrationen, Streiks, Schönheits-Operationen, brasilianische Terminabsprachen, Autokaravanen in Sao Paulo, das Oliver-Kahn-Sandwich, Vermieter Ronaldinho, dickes, doofes Ronaldo, ein überragender Taxifahrer, nicht zu findende Briefkästen, noch mal dickes, doofes Ronaldo, Expertengespräche ohne Experten, Deutschlands mühselige Ankunft auf der Fähre, nette Militärpolizisten, die Berliner Mauer mitten in Santo André, die Freude über Dantschi und Fredschi, der Ärger über Dantschi und Fredschi, ein Fußballspiel mit Drogba und Ronaldo, die Pousada Terra Morena, Hamburger Jungs in Fortaleza, der unfertige Fußballplatz, Deutschlands Flamengo-Trikots, eine Abenteuerfahrt von Recife bis nach Salvador, Geschwindigkeitshügel, die nervige Lahm-Frage, eine Metro-Party in Rio, ein Horrortrip nach Belo Horizonte, ein historischer Sieg in Belo Horizonte und zwei für das Finale um den ganzen Globus gereiste Hamburger.

Über all das habe ich in diesem Blog geschrieben. Über die sensationellen Fußballpartys genauso wie über die absurden Fifa-Vorgaben, über die ich noch etwas ausführlicher in der Dienstags-Ausgabe des Abendblatts eingehen werde. Wo soll ich in diesem Blog also nach zweieinhalb Monaten in Brasilien enden? Mit dem Ende am Besten. Deutschland ist verdient auf dem Platz Weltmeister geworden. Und Brasilien ist immerhin neben dem Rasen Weltmeister.

Obrigado, Brasil 2014!

In vier Jahren gibt’s an dieser Stelle den nächsten WM-Blog aus Russland. Statt Kai-Pirinha dann: Kai-Piroska…

 

 

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