Allgemein / Freitag, 11.07.2014

Adeus, Santo André!

Gestern Abend wurde Abschied gefeiert, heute geht der letzte Flug nach Rio de Janeiro. Festzuhalten bleibt, dass es eine überragende Zeit in Santo André war

An die Überschrift kann ich mich noch ganz genau erinnern: Matsch und Mücken! Das war der erste Bericht, den ich unmittelbar vor meiner Ankunft im WM-Quartier der Deutschen in einem großen Nachrichtenmagazin über Santo André gelesen habe. Vom Umschlageplatz der Drogenmafia war dort die Rede, von schlimmen Moskitos und möglichen Straßensperren der Pataxó-Indianer. Oha, dachte ich damals.

Genau 40 Tage später bin ich ein wenig klüger. Santo André ist ein echtes Paradies auf Erden, das würde jeder sagen, der hier eine Zeitlang wohnen durfte. Das wirklich einzige Problem meiner Zeit hier in Santo André: ab heute ist sie leider schon wieder vorbei.

IMG_0722Genau wie die Nationalmannschaft machen auch wir Journalisten uns heute auf den Weg Richtung Maracana nach Rio de Janeiro. Doch bevor wir um 18.30 Uhr den Flieger in Porto Seguro besteigen, will ich unserem WM-Quartier noch einmal Adeus sagen. Tatsächlich hätte ich mir keinen schöneren Ort in Brasilien für die zurücklegenden fünfeinhalb Wochen erträumen können. Sogar die Fähre, die zwischen Santa Cruz de Cabrália und Santo André hin und her pendelt, musste man bei all den Nachtfahrten irgendwann liebgewinnen. Vermissen werde ich aber vor allem jeden und alles in der Pousada Terra Morena, Fußballspiele gegen die Dorfjugend, Koch Thiago und den einen oder anderen Diskoabend in der Cabana Nativa. Auch das Restaurant Gaivotta ist einen Besuch wert, genauso wie nahezu alle Strände der Gegend. Der größte Trumpf des Ortes sind natürlich die Santo Andréer, wenn ich die Bewohner hier mal so nennen darf. Und obwohl der Trubel um die Nationalmannschaft, die ganze Polizei und die aufgeregten Journalisten für sie nun vorbei ist, werden sie uns glaube ich auch ein wenig vermissen.

Ich habe Santo André jedenfalls tief in mein Herz geschlossen – und freue mich auf ein baldiges Wiedertreffen. Adeus! E muito obrigado!!

  1. So ist das nun mal Kai, gerade fühlt man sich fast wie zu hause und dann ist es vorbei – immerhin konntest Du ja die volle Zeit bis zum Endspiel genießen, weil unsere Nationalmannschaft es möglich gemacht hat.
    Dank Deiner Artikel im Abendblatt, weiss jetzt ganz Hamburg, was und wo Santo André ist.
    Ob die im Tourismus aktiven Leute mehr daraus zu machen vermögen? Vielleicht einige wenige. Ganz gewiß nicht die Politiker aus Santa Cruz Cabrália – aber das ist ein anderes Thema.

    Ach ja, Matsch und Mücken. Über diesen Schwachsinn hat sich die deutsche Gemeinschaft ganz schön aufgeregt – und zu recht.

    Jürgen

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